Eine Passage verbindet. Sie ist ein Übergang zwischen zwei Bereichen, zugleich Ort und Weg. Eine Passage ist ein vorübergehender Zustand. Sie ist nicht von Dauer.

Das Programm

Mit dem Passage Art-Residency-Programm ermöglicht der Polygona Kunstverein e.V. temporäre Arbeitsaufenthalte (Artist-in-Residence) für Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Fotografie und Film in der Dübener Heide und im Landkreis Wittenberg. Die Region vereint unterschiedliche Landschaften, historische Schichten und gesellschaftliche Entwicklungen. Diese Vielfalt möchten wir weitergeben und durch thematische Schwerpunkte zur künstlerischen Auseinandersetzung anregen. Das Programm lädt Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit den Transformationen der Region zu beschäftigen, mit Fragen des strukturellen Wandels und mit sozialen, historischen oder landschaftlichen Themen.

Rückblick

Zwischen 2021 und 2024 konnten jedes Jahr zwei Künstler:innen auf Initiative des Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. einen vierwöchigen geförderten Aufenthalt in der Dübener Heide im Rahmen des Passage Art-Residency-Programms absolvieren. Seit 2024 ist der Polygona Kunstverein e.V. für die Ausrichtung der Residenzen verantwortlich. Die Auswahl erfolgte über eine öffentliche Ausschreibung. Informationen zu den bisherigen Teilnehmenden finden sich in der Rubrik „Ehemalige Residenzkünstler:innen“. Während ihres Aufenthalts lebten und arbeiteten die Künstlerinnen und Künstler vor Ort in der Region. Bestandteil der Residenz waren ein öffentliches Gespräch (Artist Talk), das Einblicke in die künstlerische Arbeit bot, sowie ein zweitägiger Workshop mit lokalen Schulen. Form, Inhalt und Umfang der Workshops wurden von den Künstlerinnen und Künstlern selbst entwickelt. 2023 wurde zusätzlich das Kurzresidenz Format „Passage Shorts“ initiiert. Es ermöglichte fünf Künstlerinnen und Künstlern zwischen 2023 und 2024 Kurzaufenthalte in der Region, etwa zur Weiterentwicklung bestehender Projekte oder zur Recherche neuer Themen. Die Kurzresidenzen entstanden in Kooperation mit unterschiedlichen Partnerinstitutionen. Zwischen 2021 und 2024 wurde das Passage Art-Residency-Programm durch das LEADER-Programm der Dübener Heide gefördert. Dadurch konnten Unterkunft, Honorar und Reisekosten der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler finanziert werden.

Ehemalige Residenzkünstler:innen

Chrystel Lebas

KOBRA RESIDENCY

Kseniya Apresyan

PASSAGE SHORTS

René Zieger

PASSAGE SHORTS

Monika Orpik

PASSAGE

Joanna Kischka

PASSAGE

Laura Pannack

PASSAGE

Ausblick

Seit 2025 ist das Passage Art-Residency-Programm Teil des KOBRA Kulturnetzwerks Wittenberg. Das Kulturnetzwerk KOBRA beschäftigt sich mit Kontinuitäten, Brüchen und Aussichten in der Kulturlandschaft zwischen Fläming und Dübener Heide und eröffnet neue Perspektiven auf den Landkreis Wittenberg. Die insgesamt zehn Netzwerkpartner des Kulturnetzwerks realisieren etablierte Kunst- und Kulturangebote. Ein zentrales Element des Netzwerks bilden die finanziell geförderten vierwöchigen Künstler:innenresidenzen des Passage Art-Residency-Programms, die in den Jahren 2025 bis 2029 in Kooperation mit den KOBRA Netzwerkpartnern stattfinden. Das „Passage Shorts“ Format wird in diesem Rahmen ebenfalls weitergeführt.

Künstlerinnen und Künstler mit Kind

Zwischen 2022 und 2024 wurde einer der jährlich vergebenen Residency-Plätze gezielt an eine Künstlerin mit Kind vergeben. Den Anfang machte 2022 Mika Sperling, die gemeinsam mit ihrer dreijährigen Tochter an der Residenz teilnahm. 2023 folgte Sara Perovic mit ihrer achtjährigen Tochter, 2024 Joanna Kischka mit ihrem dreijährigen Sohn. Die Zusammenarbeit mit diesen Künstlerinnen hat wichtige Impulse gegeben. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Rahmenbedingungen für Künstlerinnen und Künstler mit Kindern zu verbessern. Ab 2026 möchten wir es ermöglichen, dass Künstlerinnen und Künstler für beide Residency-Plätze ihr Kind während des Aufenthalts mitbringen können. Die Fotografin und Passage Art-Residency Künstlerin Laura Pannack unterstützt das Passage Art-Residency-Programm als Schirmherrin und setzt sich insbesondere für die Belange von Künstlerinnen und Künstlern mit Kindern ein.

Die Regionen

Die Dübener Heide liegt nördlich von Leipzig und südlich von Berlin zwischen den Flüssen Mulde und Elbe. Sie erstreckt sich über Sachsen und Sachsen-Anhalt und umfasst rund 770 km² Wald – eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete im Osten Deutschlands. Große Mischwälder, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, offene Landschaften und kleinere Ortschaften prägen die Region. Für den Raum Leipzig/Halle ist die Dübener Heide zugleich ein wichtiges Naherholungsgebiet. Das Landschaftsbild wurde in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Besonders sichtbar sind die Spuren des Braunkohleabbaus und der Industriegeschichte am westlichen Rand der Region, etwa rund um Bitterfeld und Wolfen. Aufstieg und Niedergang des dortigen Chemiestandorts sowie der Filmindustrie stehen in engem Zusammenhang mit der Umgebung der Dübener Heide. Heute prägen vielfach renaturierte Landschaften und ehemalige Tagebaugebiete diesen Teil der Region. Nördlich der Dübener Heide schließt sich im Bundesland Sachsen-Anhalt die ländlich geprägte WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg an, zu der auch der Landkreis Wittenberg gehört. Weite Elbauen des Biosphärenreservats, Wälder, landwirtschaftliche Flächen und Bergbaufolgelandschaften bestimmen hier das Landschaftsbild. Die Elbe bildet mit ihren Zuflüssen Mulde und Schwarze Elster die zentrale Lebensader zwischen den Höhenzügen der Dübener Heide und des Flämings. Im Landkreis Wittenberg leben rund 123.000 Menschen auf einer Fläche von 1.932 km². Die geringe Bevölkerungsdichte verweist auf die strukturellen Herausforderungen der Region. Zugleich ist das Gebiet reich an historischen Zeugnissen: Neben den Welterbestätten erinnern zahlreiche Schlösser (etwa in Annaburg, Prettin, Pretzsch, Oranienbaum und Wörlitz) an die wechselvolle Geschichte der Region zwischen höfischer Repräsentation und politischer Repression.

Förderhinweis

Das Projekt KOBRA ist Teil des Programms „Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken.“. Das Programm wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Programmpartner ist das Bundesministerium des Innern (BMI). Aller.Land ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus).


Identity & Web Design: Grupppo| Web development: Graziana Dammacco


Identity & Web Design: Grupppo | Web development: Graziana Dammacco